[Alltag] Hier ging es elektrisch ganz schön Up

7/01/2015

Endlich gehörte auch ich mal zu den glücklichen Gewinnern eines Gewinnspiels und konnte so Mitte Mai ein eCar-Sharing-System der Stadt Wolfsburg testen. In knapp zwei Wochen konnte ich mich mit dem Ausleih-System und dem Fahren, Bedienen und Aufladen von elektrischen Ups bekannt machen. Eigentlich sollte ich auch noch die Möglichkeit bekommen und die zum System gehörenden eBikes austesten können, aber leider funktionierten diese zu diesem Zeitpunkt nicht. Auf die eBikes wäre ich wirklich sehr gespannt gewesen, denn man sieht ja immer mehr ältere Leute, die einen völlig mühelos auf solchen Teilen überholen.

So aber fuhr ich wie verrückt in den kleinen grünen Flitzern durch Wolfsburg und Umgebung. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem elektrischen Fahren beruhen auf einer Testfahrt von einem eGolf und die hatte gerade mal ein paar Minuten gedauert.




Meine erste Testfahrt mit dem eUp stellte mich vor mehr als eine Herausforderung. Natürlich wurden mir die vielen neuen Knöpfe und Schalter im eUp erklärt, aber die eigentliche Herausforderung bestand erstmal im Fahren mit einem Automatik-Fahrzeug. Auch das ist etwas, was ich eher selten tue. So stand ich an meiner ersten Ampel und musste mich zusammenreißen nicht zu schalten, aber schlimmer war das ständige Gefühl, dass das Auto "abgesoffen" wäre. Denn man hört von diesem Auto wirklich keinen Mucks. Bis ich beruhigt Anfahren konnte, vergingen viele Minuten. Erst nach einer halben Stunde traute ich mich die verschiedenen  Knöpfe auszuprobieren. Recht schnell fand ich Spaß daran den Verbrauch in den verschiedenen Einstellungen zu beobachten und der unglaublich beruhigenden Stille im Auto. Die erste Fahrt in meinem eigenen Auto hat mir erstmal deutlich gemacht, wie viel Krach der Kleine wirklich macht. Etwas, was überraschend viel Spaß gemacht hat, war das super schnelle Anfahren des eUps und nun konnte auch ich endlich mal alle anderen an der Ampel abziehen ;)

In Wolfsburg und Umgebung elektrisch unterwegs zu sein, stellte für mich keine Herausforderung dar. Doch die Reichweite von gerade einmal 150km, und das auch nur, wenn der Vorbenutzer das Auto früh genug wieder angeschlossen hatte, stresste mich schon etwas. Um auszutesten, wie weit man wirklich kommt, plante ich nach Braunschweig zu fahren. Hin und zurück war es zwar gerade einmal eine Strecke von 70-80km und sollte locker elektrisch befahrbar sein, aber mulmig war mir doch etwas. Mit meinem eigenen Auto würde ich spätestens in Braunschweig tanken, um dann sicher wieder zurück zu kommen. So einfach ging das mit dem eUp natürlich nicht. Auf der Hinfahrt habe ich sehr viel mit den eco- und eco+-Knöpfen gespielt, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Natürlich war die ganze Sorge mal wieder umsonst und es war gar kein Problem die "weite" Strecke zu fahren. Allerdings sollte man bei Autobahnfahrten tatsächlich etwas vorsichtig sein, denn man erreicht elektrisch nicht die gleichen Geschwindigkeiten wie mit "normalen" Autos und verbraucht bei 100km/h vergleichsweise viel Energie. 



Zurück in Wolfsburg wurde das Auto natürlich direkt wieder aufgeladen, damit es für die nächste Fahrt fit ist. Jedes Auto hat zwei Kabel (Ladesäule/Haushaltssteckdose) im Kofferraum, die zum Aufladen verwendet werden. Das Anstecken war wirklich problemlos und ging sehr schnell. An der leuchtenden bzw. blinkenden grünen Anzeige konnte man sehen, wie voll das Auto schon geladen war. Das Ganze dauert natürlich etwas länger als das normale Tanken. Ungefähr 6 Stunden müssen an einer normalen Ladesäule zum Laden eingerechnet werden. Das Gute ist, dass es in Wolfsburg ziemlich viele freie Tankstellen für eFahrzeuge gibt und man so völlig kostenfrei tanken kann. 

Mittlerweile ist das Car-Sharing-System für jedermann zugänglich. Man muss sich dazu lediglich registrieren lassen. Leider ist das System eher für Arbeitnehmer in der Innenstadt gedacht und so vor allem tageweise ziemlich teuer. Mit 40€ für einen Tag benutze ich lieber meinen eignen Wagen, denn das entspricht immerhin fast einer ganzen Tankladung für mein Auto. Verglichen mit Systemen aus anderes Städten liegt Wolfsburg mit dem Preis aber dennoch recht günstig. Für Studenten ist das allerdings recht unattraktiv, denke ich. Der Up ist zwar schön zu fahren, der Kofferaum allerdings ist recht klein, sodass man größere Erledigungen damit wohl besser nicht tätigt. Außerdem wären Tankkarten für eTankstellen anderer Städte wirklich hilfreich, wenn man doch mal in eine andere Stadt fährt und vielleicht zu viel Energie verbraucht hat. 


Alles in allem hatte ich wirklich viel Spaß mit dem Test und erinnere mich gerne an die Testphase zurück!


Habt ihr schon mal ein Car-Sharing-System in Anspruch genommen?
Was sind eure Erfahrungen mit elektrischem Fahren?


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7 Kommentare

  1. Klingt total interessant. Vor allem Automatik find ich toll. Ich habe das immer so vermisst, seitdem ich aus Amerika zurück bin ^^.
    Die ebikes haben hier an der Grenze zu Holland ziemlich viele. Vor allem halt tatsächlich ältere Leute haben so ein nettes "Bromfites" :D

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    1. Auf holländisch klingt das gleich viel süßer :D

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  2. Sponsored Post? Hast dus so nötig?

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    1. Wie du meinem Hinweis oben entnehmen kannst, sind gesponserte Sachen mit einem * markiert. An diesen Post ist keiner, oder? Also nein ;) Wenn du den Post gelesen hättest, müsstest du auch wieso ich das getestet habe und nein, es hatte nicht im geringsten etwas mit meinem Blog zu tun. Es ist mir eher aus beruflicher Sicht ein Interesse den Menschen Elektromobilität näher zu bringen. Ich wurde weder gebeten etwas darüber zu schreiben (zumal dort eh niemand von dem Blog wusste), noch bekomme ich irgendetwas dafür. Und ich denke, das hätte die Stadt auch gar nicht nötig ;)

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  3. Hi Meiky,

    das ist ja mal eine coole Aktion. Dass dir ein bisschen mulmig war, was die Reichweite angeht, kann ich total nachvollziehen =)
    Ich denke, dass sich technisch noch viele Verbesserungen ergeben in den nächsten Jahren, aber irgendwann muss man ja mal anfangen.
    Bei dem Preis muss ich aber sagen, dass das absolut keine Alternative für mich wäre. Mit 40 Euro komme ich mindestens eine Woche von A nach B.

    LG
    Anja

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  4. Hallo,

    für mich wäre so ein e-Auto nichts, weil das mit der Reichweite auf dem platten Land mich zu sehr einschränken würde, zumal ich auch des Öfteren mal längere Strecken fahre.

    Ich habe mal gehört, es gibt Menschen, die sich ein Soundsystem in ihr e-Auto einbauen, damit es sich beim Fahren wie ein "richtiges" Auto anhört :D

    LG Alke

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  5. Elektrisch fahren hat sicherlich seinen Reiz - aber auch nur in der Stadt. In einem Vorort wie bei mir ist das mit der Verfügbarkeit von Ladestationen einfach nicht möglich.
    Und der UP sowieso nicht. Mit dem Auto hatte ich so lange Ärger bevor er auf den Markt gekommen ist ...

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