Ein Mix aus Krimi & Comedy - Die Lesung zu "Zerschnitten" von Paul Cleave und Wulf Dorn

10/25/2016

Bereits seit 2009 haben Krimibegeisterte, Gruselfans und Literaturinteressierte die Möglichkeit ihre Vorlieben im Rahmen des Krimifestivals in Braunschweig voll auszuleben. Auch dieses Jahr hat die Buchhandlung Graff wieder einige hochkarätige Autoren für Lesungen eingeladen und ein spannendes Rahmenprogramm zusammengestellt. 

Die erste Lesung, die ich dieses Jahr besucht habe, ist vermutlich auch sogleich die lustigste gewesen, die das diesjährige Angebot zu bieten hat. Auch wenn das Werk des Abends "Zerschnitten" mit Alzheimer einen ernsten Kern hatte, konnten der Autor Paul Cleave und der Moderator Wulf Dorn das Publikum durch ihre sympathische und lockere Art mehrfach zum Lachen bringen. Paule Cleave und Wulf Dorn sind bereits seit ihrem Kennenlernen auf der Leipziger Buchmesse 2012 wahre Freunde. Diese Energie war auch auf der Lesung zu spüren. Gelesen wurde tatsächlich gar nicht so viel, wodurch die Zuhörer aber einen sehr weitreichenden Einblick in das Leben von Paul Cleave und die gemeinsamen Erlebnisse der Freunde erhalten konnten. Neben ihrem Tournamen "Paulffiction", Paul Cleaves Deutschkenntnissen und seinen Unterwäschevorlieben, erfuhren die Zuhörer natürlich auch viel über sein neues Buch.




Zu seinem neuen Buch "Zerschnitten" wurde Paule Cleave von seinem Vater inspiriert. Dieser wird nicht nur immer älter, sondern auch vergesslicher. Das Vergessen spielt in diesem Buch eine wesentliche Rolle, denn Jerry, der ehemalige Thriller-Autor Henry Cutter, leidet unter Alzheimer und lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Auch wenn Paul Cleave eher selten zu seinen Büchern recherchiert, hat er sich mit der Krankheit Alzheimer auseinander gesetzt - drei Minuten Wikipedia. Jedoch ist es ihm hervorragend gelungen das Thema zu bearbeiten. Für ihn persönlich ist diese Krankheit schlimmer als jedes Monster, das er für seine Bücher entworfen hat.

Nachdem das erste Kapitel geschrieben war, machte der Autor erstmal eine sechsmonatige Pause, in der er ein anderes Buch fertigstellte. Der Grund war, dass er einfach selbst nicht wusste, wie er seine Idee zum Leben erwecken soll. Scheinbar lässt sich Paule Cleave von seinen Charakteren leiten, denn seine Geschichten werden nicht im Vorfeld geplottet. Und so stand auch für den Autor bei 95% des Buches das Ende noch nicht fest. Es gab drei verschiedene Ideen, wie das Ende der Geschichte verlaufen könnte. Für welche sich der Autor letztendlich entschieden hat, muss allerdings jeder selbst nachlesen!



Seitenzahl: 496; Erscheinung im: August 2016; ISBN: 978-3-453-43855-2
Copyright liegt bei der Verlagsgruppe Randomhouse


Klappentext:
Henry Cutter hat viele Menschen ermordet – sehr viele Menschen. Doch die Morde finden nur in seiner Imagination statt, denn er ist ein berühmter Thrillerautor. Eines Tages behauptet Cutter allerdings, die geschilderten Taten tatsächlich begangen zu haben. Niemand glaubt dem Autor, denn unlängst wurde bei ihm eine voranschreitende Demenz diagnostiziert. Cutter kann keiner Erinnerung mehr trauen. Das Problem ist nur, dass in seiner Umgebung plötzlich schreckliche Morde geschehen. Bestialisch – wie in den Büchern von Henry Cutter ... (Quelle: randomhouse)






Auch wenn der neuseeländische Autor und seine Bücher in seinem eigenen Land weniger Aufmerksamkeit bekommen, konnte er zum wiederholten Male einen neuseeländischen Literaturpreis gewinnen. Auch ein gemeinsames Buch mit dem deutschen Thriller Autor Wulf Dorn kann sich Paul Cleave vorstellen. Nach den gezeigten Deutsch-Kenntnissen während der Lesung, muss das ja vielleicht auch gar nicht zweisprachig verfasst werden ;)

Ich habe mich auf jeden Fall königlich auf der Lesung amüsiert und möchte mich an dieser Stelle auch bei der Buchhandlung Graff noch einmal für die herzliche Einladung bedanken!


Weitere Bücher der Autoren findet ihr hier:


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